H

Halbwertszeit
eigentlich Halbsättigungszeit, Zeit in Minuten die ein Kompartiment benötigt, um zur Hälfte ge- oder entsättigt zu werden, also nach der gerade die Hälfte der Gasmenge gelöst ist wie bei vollständiger → Sättigung. (nach 3 Halbwertszeiten ist die Sättigung jedoch erst zu 87.5% erfolgt - die Entsättigung natürlich auch!). Typische Werte reichen von ca. 2 bis 700 min.
Hämagglutination
Zusammenballung von roten Blutkörperchen
Hämoglobin
roter Blutfarbstoff innerhalb der → Erythrozyten; bindet sehr leicht Sauerstoff und dient deshalb dem Sauerstofftransport von der Lunge zu den Geweben. Umgekehrt wird Kohlendioxid abtransportiert. Bei einem Gesunden, der Luft unter Normaldruck atmet, ist das Hämoglobin im arteriellen Blut (der Lunge) stets zu 97% mit O2 gesättigt.
Die Fähigkeit von Hämoglobin und → Myoglobin, Sauerstoff zu binden, beruht auf dem Vorhandensein einer Häm-Gruppe mit Fe2+-Ion im → Protein. Myoglobin liegt als Monomer vor, während Hämoglobin als Tetramer aus zwei verschiedenen Untereinheiten (a2b2) vorliegt. Das Monomer Myoglobin ist jedoch in seiner Aminosäurenzusammensetzung und räumlichen Struktur fast identisch mit den a- und b-Untereinheiten des Hämoglobins. Wesentliche Unterschiede gibt es jedoch in den sauerstoffbindenden Eigenschaften.
Die Bindung von Sauerstoff an Hämoglobin ist kooperativ, d.h. die Bindung von einem O2-Molekül begünstigt die Bindung eines zweiten Moleküls. Die Sauerstoffbindung an Myoglobin ist nicht kooperativ. Die → Affinität des Hämoglobins für O2 ist zudem, im Gegensatz zu der des Myoglobins, pH-abhängig. Außerdem ist sie grundsätzlich etwas geringer als die von Myoglobin. Der Sauerstoffpartialdruck, bei dem gerade die Hälfte aller sauerstoffbindenden Zentren besetzt sind beträgt beim Myoglobin 1 Torr und beim Hämoglobin 26 Torr. Ohne diesen Unterschied wäre eine Übergabe des Sauerstoffs von Hämoglobin an Myoglobin auch gar nicht möglich.
Hang
Engl: hängen; Bezeichnung für einen Deko-Stopp
Hass
Professor Dr. Hans Hass *23. Januar 1919 und Lotte Hass *06. November 1928, Tauchpionier und Naturwissenschaftler, wagte es als erster Forscher, freitauchend mit Unterwasserkamera und Tauchgeraet in die unbekannten Tiefen der Ozeane vorzustoßen. Als Fischmensch unter Fischen erforschte er die Geheimnisse der sieben Weltmeere. Seine bahnbrechenden Pioniertaten brachten der Wissenschaft sensationelle neue Erkenntnisse. Durch die Arbeit von Hans Hass sind der Forschung ganz neue Wege geoeffnet worden. ↵ Homepage
HBO
Hyperbare Oxygenation; medizinisch Sauerstoffbehandlung unter Überdruck
Helium
Farb- und geruchloses Edelgas; chemisches Zeichen He; Atomgewicht 4.0026; Ordnungszahl 2. Folgende Isotope: 4(99.999863%) und 3(0.000137%). Helium wurde zuerst auf der Sonne von Lockyer und Frankland 1868 nachgewiesen. Auf der Erde zuerst von Hillebrand 1890 hergestellt und 1895 vom Ramsay als He identifiziert. He wird hauptsächlich durch den Zerfall von radioaktiven Substanzen erzeugt. 1 kg Uran zerfällt zu 865 g Blei und gibt dabei 756 l Helium ab.

Besonderheit: Es gibt kein festes Helium (unter Normaldruck). Haupteinsatz: flüssig zum Erzeugen extrem niedriger Temperaturen; als Füllgas für Ballone, Zeppeline.
 

Dichte bei 25 °C [g/l]

0,18

Schallgeschwindigkeit [m/s] bei 20 °C

1007

Schmelztemperatur [°C]

-270

Siedetemperatur  bei 101,325 kPa [°C]

-268,93

Wärmeleitfähigkeit [W/( m*K)]

0,152

spezifische Wärmekapazität  [kJ/( kg*K)]

5,193

Physikalische Eigenschaften von Helium

HELIOX
Atemgas; bestehend aus Helium und Sauerstoff (Oxygen)
Henry
Das Gesetz von Henry beschäftigt sich ebenfalls, wie das Gesetz von Dalton, mit Gasmischungen. Aber im Zusammenhang mit Flüssigkeiten. Dies macht es für den Taucher und Tauchmediziner zu einem sehr wichtigen Prinzip. Diese Prinzip besagt, daß sich die in einer Flüssigkeit gelöste Gasmenge proportional zu dem Partialdruck des Gases an der Flüssigkeitsoberfläche verhält.
Herzflimmern
Ungeordnete Bewegung des Herzmuskels infolge nicht synchronisierter Zusammenziehung der Herzmuskelfasern.
 
Herzminutenvolumen
Die in einer Minute aus dem Herzen ausgetriebene Blutmenge; beim gesunden ruhenden Menschen etwa 4.5-5 l/min Die Aufteilung des Herzminutenvolumens (in Ruhe) auf die einzelnen Organe ist in Tabelle 4 dargestellt.

Organ  Anteil [%]
Grosser Kreislauf
Herz links  100
Herzkranzgefäße  5
Gehirn  15
Muskeln  15
Eingeweide  35
Nieren  20
Haut & Skelett  10
Kleiner Kreislauf
Herz rechts  100 
Lunge  100 

Anteil der Organe am Herzminutenvolumen

Hit
Bezeichnung für einen Sauerstoff-Krampfanfall, eine Konvulsion bzw. einen Dekompressions-Unfall
HPNS
High pressure nervous syndrom; tritt bei Tauchtiefen ab etwa 150 m auf und kann mit geeigneten Kompressionsprofilen bis zu einer Tiefe von 300 m und mehr weitgehend verhindert werden. Es werden folgende Symptome unterschieden:
Vermutlich liegt dem HPNS eine gesteigerte Reizleitung in den Nerven zugrunde. Deshalb wurde eine Kompensation durch eine → Inertgasnarkose vorgeschlagen; dies konnte aber noch nicht eindeutig im Experiment belegt werden. vgl. Tauchen 4.93, [Bühl 93]
Hydrox
Ein Atemgas aus den Komponenten Sauerstoff und Wasserstoff. Hydrox eignet sich nur für bestimmte Tiefenbereich: Da man wegen der Explosionsgefahr (Knallgas) dieses Gemisches den Sauerstoffanteil unter 4 Vol% (in der Praxis 2.5%) halten muß, wird es nur für Tiefen ab etwa 100 m genutzt, so dass der Sauerstoffpartialdruck trotzdem ausreicht den Taucher mit ausreichend Sauerstoff zu versorgen. Mit Hydrox hat man Tauchtiefen im Freiwasser bis 300 Meter erreicht. Beim Hydroxtauchen wird man mit dem Problem konfrontiert das Wasserstoff ab einem bestimmen Partialdruck ebenfalls narkotische Wirkungen entfaltet.
Hydreliox
Dieses Atemgasgemisch besteht aus den Komponenten Helium, Wasserstoff und Sauerstoff. Hier macht man sich zu nutze, das der Wasserstoff mit seinen narkotischen Wirkungen die aufputschenden Wirkungen des Heliums (Heliumzittern) teilweise kompensiert. Daher lassen sich mit Hydreliox noch größere Tauchtiefen realisieren. Die Obergrenze im Freiwasser liegt bei ca. 530 Metern.
Hyperämie
vermehrte Durchblutung
Hyperkapnie
Kohlendioxid-Vergiftung, Erhöhung des CO2-Partialdrucks im arteriellen Blut über 45 mm Hg
Hyperoxie
Erhöhung des Sauerstoffpartialdrucks in der Atemluft und damit auch im Körpergewebe; normalerweise mit einer Verminderung der Pulsfrequenz verbunden. Oberhalb (individuell unterschiedlichen) kritischen O2-Partialdrücken treten verschiedene Effekte auf, weshalb im Sporttauchbereich der erlaubte O2-Partialdruck auf typisch 1.4 bar limitiert wird → Sauerstoff-Vergiftung
Hyperthermie
Überhitzung
Hypertonie
Bluthochdruck
Hyperventilation
Übermäßige Steigerung der Atmung mit → Hypokapnie und → Alkalose als Folge
Hypokapnie
Erniedrigung des CO2-Drucks im arteriellen Blut; → Cheyne-Stokes-Atmung
Hypothermie
Unterkühlung
Hypoxie
Herabsetzung des Sauerstoffpartialdrucks im Organismus mit einer Erhöhung der Pulsfrequenz.
Hypovolämie
Volumenzunahme des Blutes durch (Süß-) Wasseraufnahme.
HZV
Herzzeitvolumen → Herzminutenvolumen